Resilienz

Der Begriff Resilienz, engl. Wort "resilience" (Spannkraft, Widerstandsfähigkeit, Elastizität) bezeichnet allgemein die Fähigkeit einer Person oder eines sozialen Systems, erfolgreich mit belastenden Lebensumständen und negativen Folgen von Stress umzugehen (vgl. Westmann, 2004).

 

Der Begriff Resilienz wurde in den 1950er Jahren von Jack Block in die Psychologie eingeführt. Die US-amerikanische Forscherin Emmy Werner  legte 1971 eine Poinier-Studie zum Thema Resilienz über die Kinder der Insel Kauai vor. Im Rahmen dieser wurden fast 700 Kinder eines Jahrgangs aus schwierigen Verhältnissen von ihrer Geburt an über 40 Jahre beobachtet und getestet, welche Faktoren die Entwicklung zu zuversichtlichen, selbstsicheren und leistungsfähigen Erwachsenen begünstigte.

 

Resiliente Personen haben gelernt, dass sie über ihr eigenes Schicksal bestimmen (Kontrollüberzeugung). Sie vertrauen nicht auf Glück oder Zufall, sondern nehmen die Dinge selbst in die Hand. Sie ergreifen Möglichkeiten, wenn sie sich bieten. Sie haben ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten.

Resiliente Menschen weisen im orbitofrontalen Cortex weniger Aktivität auf, d. h., resiliente Menschen machen sich generell weniger Sorgen um Vergangenheit oder Zukunft und warten eher ab, als sich über Vergangenes und Künftiges aufzuregen. Sie reagieren vorwiegend auf das, was im Augenblick geschieht, wodurch sie auch besser wahrnehmen, wenn unangenehme Situationen vorüber sind, und sich schneller erholen. Menschen, die sich auf den Augenblick konzentrieren, können dadurch nachweislich Sorgen und Angst reduzieren und damit auch ihren Blutdruck senken. Menschen können zwar nicht verhindern, dass ihr Herz bei Aufregung oder Schreck schneller schlägt, aber sie können darauf reagieren und es beruhigen, indem sie mit ihrer Aufmerksamkeit und Konzentration im Augenblick bleiben. 

 

Folgende Faktoren stärken nach Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse (2009) erhöhen die Widerstandskraft:

  • Positive Selbstwahrnehmung: ganzheitliche und adäquate Wahrnehmung der eigenen Emotionen und Gedanken, also von sich selbst.
  • Selbststeuerungsfähigkeit: Fähigkeit, Gefühlszustände selbstständig zu regulieren bzw. zu kontrollieren; Wissen, was  hilft, um sich selber zu beruhigen und wo man sich ggf. Hilfe holen kann.
  • Selbstwirksamkeitsüberzeugung: Kenntnis über die eigenen Stärken und Fähigkeiten; können ihre Erfolge auf ihr Handeln beziehen und wissen, welche Strategien und Wege sie zum Ziel gebracht haben.
  • Soziale Kompetenzen: Auf andere Menschen zugehen können und Kontakt aufnehmen; sie können sich in andere einfühlen und soziale Situationen einschätzen; sowie Konflikte lösen.
  • Angemessener Umgang mit Stress: Stressige Situationen einschätzen können, d.h. erkennen, ob Situationen bewältigbar sind; der eigenen Grenzen bewußt sein; Bewältigungsstrategien kennen und diese anwenden; wissen, wann Unterstützung gebraucht wird und sich diese holen.
  • Problemlösekompetenz: Resiliente Menschen setzen sich realistische Ziele, d.h., sie trauen sich, Probleme direkt anzugehen; erkennen vorhandene Problemlösestrategien; sind in der Lage, verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.