stress

Wir alle kennen die folgenden Begleiterscheinungen von Stress:  

Unruhe, beschleunigter Puls, erhöhter Blutdruck, gesteigerte Schweißsekretion, angespannte Muskulatur, u. ä.  

 

Stress ist die biologische Antwort auf Belastung, die als gerade noch bewältigbar erlebt wird. Wird ein Reiz als Bedrohung interpretiert, wird ein uralter Überlebensmechanismus in Gang gesetzt um den Organismus für "Flucht" oder "Kampf" zu mobilisieren.

Unsere Reaktionen auf Bedrohung folgen einem Muster, das bei allen Säugetieren gleich ist. Auch wenn die "modernen Bedrohungen" nicht mehr so gefährlich erscheinen, reagiert unser Organismus nach demselben Muster mit den gleichen physiologischen Reaktionen.

 

 

Doch was ist Stress eigentlich?

Unter Stress versteht man alle Reaktionen eines Organismus auf verschiedene Reize (chemische, thermische, emotionale,...) die mit erhöhter Sympathikusaktivität des Autonomen Nervensystems und somit einer vermehrten Ausschüttung von Katecholaminen einhergehen.


Stressreaktionen sind an sich nichts Negatives, sondern natürliche, dem Körper innewohnende und automatisch ablaufende Reaktionen des Organismus auf veränderte Gegebenheiten, um ihn an diese anzupassen und - biologisch gesehen - sein Überleben sichern sollen.

 

Ist der Organismus durch die Anpassungsreaktionen in der Lage die vorliegenden Stressoren zu bewältigen, indem wir zum Beispiel durch einen Kurzsprint die Straßenbahn gerade noch rechtzeitig zu erwischen, erleben und bewerten wir das als positiv. Man spricht von Eustress.

Reichen die körpereigenen Anpasssungsreaktionen nicht aus um mit dem Stressor fertig zu werden, erleben wir das als negativ, überfordernd oder auch bedrohlich. Man spricht von Disstress. 

 

Stress und Körper

Sowohl bei Eustress als auch bei Disstress kommt es zur Aktivierung des Sympathikus des Autonomen Nervensystems und zur Neubildung von Glukose in Leber und Nieren. Auf diese Weise versucht der bedrohte Organismus sein normales Funktionieren wiederherzustellen. Ebenso kommt es zur Verbesserung des Blutzuflusses zu Muskulatur und zum Herzen, zu einer besseren Versorgung der Lungen, sowie des Gehirns zur Förderung kognitiver Prozesse. Die Aktivierung des Sympathikus führt unter anderem zur Pupillenerweiterung, Bronchienerweiterung, Blutdruckerhöhung, erhöhter Herzschlagfrequenz, etc.    

Hormonausschüttungen führen zur Freisetzung von Fettsäuren und zur Blutzuckererhöhung.

Stress hat Auswirkungen auf unseren Körper und auf unser Verhalten, Denken und unsere Emotionen.

 

Stress und Verhalten

Walter Cannon fand heraus, dass wir zwei Handlungsmöglichkeiten, haben, wie wir mit Bedrohungen umgehen:  "Fight or Flight", also entweder zu flüchten oder kämpfen.

 

Stress und Emotionen

Diese unterschiedlichen Reaktionen spiegeln sich mehr oder weniger bewußt auch in unseren Emotionen wieder. Wir empfinden Angstgefühle im Fluchtmodus und  Aggressionen im Kampfmodus. Dementsprechend verändert sich auch unser Selbstbild. Empfindet man Angst, erlebt man sich als hilflos, minderwertig und schwach, empfindet man Aggressionen, dann erlebt man sich als mächtig und stark.

Aber wir erleben uns auch als getrieben und finden es schwer, in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und unsere Handlungen rational zu steuern.


Stress und Denken

Auch das Tempo der Gedanken wird bei leichten bis mittlerem Stress beschleunigt, das Gehirn sucht nach einer Lösung für das aktuelle Bedrohungsproblem. Komplexe Sachverhalte sind jedoch schwerer lösbar, das Wahrnehmungsfeld ist eingeschränkt, man spricht vom "Tunnel-Denken". Der Organismus ist fokussiert auf den Stressor.

 

Chronischer Stress

Ist die Bedrohung vorüber, beruhigt und normalisiert sich der Organismus  wieder.

Wird Stress jedoch chronisch und fehlen Erholungsphasen sowie geeignete Coping-Strategien kommt es zu häufig zum Burn-out-Syndrom, dauerhaften Schlafstörungen, und zu einer Schwächung des körpereigenen Immunsystems. Es kann zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen kommen. Chronische Belastung reduziert die Fähigkeit, nachfolgenden Stress angemessen zu verarbeiten.